Donnerstag, 22. Februar 2024 - 12:14 Uhr

Der Taubenturm in Apenburg

Der Taubenturm in Apenburg

Eines der markanten Gebäude Apenburgs ist vielen älteren Bürgern noch in guter Erinnerung. Vielen ist aber dessen Geschichte nicht bekannt.

Taubentürme wurden früher fast immer in der Mitte von größeren Bauernhöfen oder Gütern errichtet. Man konnte so ganz bequem um sie herumfahren. Diese Türme waren auch ein Prestige- oder Statussymbol. Tauben zu halten, war ursprünglich dem Adel und später wohlhabenden Bauern und Gutsbesitzern vorbehalten.

Der Taubenturm zu Apenburg

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In Apenburg und Rittleben gab es solche Türme, die im  oberen Teil die Tauben beherbergten und unten oft als Abstell- oder Vorratsraum dienten.

Als im Jahre 1351 die von der Schulenburg mit dem Städtchen Apenburg belehnt wurden, errichteten sie im Norden des Ortes eine mit Palisaden befestigte Burg. Nach Protesten aus Salzwedel unterblieb die weitere Befestigung des Städtchens. An den Namen „Lindenwall“ und „Wallgraben“ ist zu erkennen, dass es bereits Befestigungen gab. Nicht weit vom ehemaligen Standort des Taubenturmes (jetzt Bänke-Sitzrondell hinter der Bushaltestelle)  wurden 1993 bei Tiefbauarbeiten Reste von Palisaden ausgegraben, die wahrscheinlich zur Befestigung der Burg gehörten.

Die ursprüngliche Zweckbestimmung des Apenburger Taubenturms ist kaum noch zweifelsfrei zu ermitteln. Gewisse Aussagen, dass der Turm ursprünglich sogar Teil der Befestigung war, sind dadurch erklärlich, dass die Mauer etwas weniger als einen Meter dick war. Es ist also durchaus möglich, dass er nicht ursprünglich als Taubenturm gebaut wurde.

Auf etlichen alten Postkarten ist der Taubenturm zu sehen, der wohl in der Mitte des Wirtschaftshofes stand Der Taubenturm stand als markantes Gemäuer noch sehr lange in der Ortsmitte im damaligen Forstgarten. Nach 1945 bauten Anwohner dort ihr Gemüse an. Danach nutzte man das Gelände als Schulgarten und stellte die Geräte im Turm ab.

Weil man eine Gefährdung der Kinder befürchtete, wurde der Taubenturm, obwohl er unter Denkmalsschutz gestanden haben soll, am 10. Februar 1962 wegen Baufälligkeit mit Hilfe von Ketten und eines Traktors der MTS (Maschinen-Traktoren-Station) eingerissen.

Es blieb nur ein Mauerrest von etwa einem Meter Höhe stehen. Bei der späteren Neugestaltung der Fläche  verschwanden auch die Reste des Taubenturmes.

Text: Günter Schröder im Juli 2021
Hier noch 2 historische Fotografien

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