Die Feldsteinkirche von Häsewig

Sage:    Der Teufel und die Kirche    (Abschrift aus dem Schaukasten)

Zu Häsewig, das eine Tochterkirche von Groß Schwechten ist, befindet sich eine sehr alte Kreuzkirche. Es sit ein höchstinteressantes Bauwerk, das deshalb schon öfters von kunstverständigen Baumeistern aufgesucht worden ist. Merkwürdig bei dieser Kirche ist auch dies, daß sie abseits vom Dorf, und zwar auf einer Anhöhe, malerisch vom Wald umgrenzt, gelegen ist. Nach der Sage soll diese Kirche früher mitten im Dorf ihren Standort gehabt haben. Daß sie nun eine andere Lage bekommen hat, davon wir in Häsewig und Umgebung folgendes erzählt:

Die Leute von Ziegenhagen, die kein Gotteshaus haben und nach Häsewig zur Kirche gehen müssen, beneideten die Häsewiger um ihre schöne Kreuzkirche und hätten diese gar zu gern in ihrem Dorfe gehabt. Damit ihr lang gehegter, sehnlichster Wunsch endlich in Erfüllung ginge, überredeten sie den Teufel, dies Kirche von Häsewig nach Ziegenhagen zu tragen. Der Böse war hierzu natürlich sofort bereit. Eiligst begab er sich nach Häsewig, packte die Kirche mit seinen Händen, legte sie sich auf den Rücken und schleppte sie fort. Anfänglich erschien ihm die Last ganz leicht, als er aber an die Anhöhe kam, die nicht weit von Häsewig nach Ziegenhagen hin liegt, wurde sie ihm doch gar zu schwer. Nun fing der Teufel an zu keuchen und als ihn die schwere Last fast zu Boden drückte, warf er die Kirche unwillig und ärgerlich an Ort und Stelle auf die Erde. Dort steht sie hoch heute.

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