Festrede des Bürgermeisters Udo Selzner: 50 Jahre Waldbad-Apenburg am 10.7.2005 (zurück)
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Werte Einwohner des Flecken Apenburg,

Liebe Gäste aus nah und fern,

Ich begrüße Sie alle recht herzlich zu unserem 50 jährigen Bestehen des Waldbades in Apenburg.

Ich begrüße ganz herzlich die Leiterin des Ordnungsamtes der Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf, Frau Lüdemann.

Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, Frau Lüdemann als zukünftige Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf vorstellen.

Ebenso herzlich begrüße ich den Bürgermeister der Stadt Klötze, Herrn Ewertowski sowie

die hier anwesenden Bürgermeister aus der VG und Nachbar -Verwaltungsgemeinschaften.

Ich darf auch vom Kreissportbund Altmark e.V. begrüßen.

Ich freue mich sehr, den ersten Ehrenbürger des Flecken Apenburg, Herrn Alfred Schäfer mit seiner Ehefrau hier begrüßen zu können.

Ebenso die Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder der Apenburger Vereine, als da wären:

Die Vertreter:

sowie die Leiter - und Leiterinnen der Einrichtungen

sowie die Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Apenburg und den

Gemeinderatsmitgliedern mit ihren Ehepartnern

Die musikalische Umrahmung des Festaktes übernimmt der Gemischte Chor Liedertafel 1837 Apenburg e.V. unter der Leitung Ihres Dirigenten Herrn Rainer Rodzis, die uns bereits mit dem Lied "Jetzt kommen die lustigen Tage" eingestimmt haben,

Sie werden uns jetzt noch einen weiteren Titel :

darbieten und wollen schließen mit dem "Apenburg-Lied"

Den Festakt werden die Kinder der Grundschule Apenburg unter der Leitung von Frau Sandra Kamieth mit einem kleinen Programm beschließen.

Werte anwesenden Gäste

Waldbad Apenburg eingeweiht !!!!!

"Am Sonntag, dem 31. Juli 1955 bei herrlichem Wetter.

Der Wettergott wollte auch seinerseits zu dem Gelingen beitragen und hat sich nach vergangenen trüben Tagen von der besten Seite gezeigt. So wurde dieser Tag zu einer Krönung des Einsatzes der Apenburger für die Verschönerung ihres Lebens."

So niedergeschrieben in einem archivierten Bericht aus den Tagen des Jahres 1955.

Weiter ist dem Bericht zu entnehmen, dass das Baukollektiv oder wie sie sich auch nannten- Kommission zum Bau des Freibades Apenburg, bestehend aus den Kollegen

Willi Rüter

Willi Schulze,

Ernst Schulze

und Walter Kuffke für "ihren unermüdlichen Einsatz in Wort und Tat und nicht nachlassender Energie die Verwirklichung dieses Bades ermöglichten und dafür mit der Aufbaunadel durch den Kreisausschuss der Nationalen Front ausgezeichnet wurden".

An ihrer Stelle begrüße ich für Herrn Willi Rüter

Herrn Jörg Rüter mit Ehepartnerin

Für Herrn Willi Schulze begrüße ich

Frau Sigrid Heinz, geb. Schulze und Herrn Klaus-Dieter Schulze

mit ihren Ehepartnern.

Für Herrn Ernst Schulz die Kinder

Frau Dr. Karin Gause und Herrn Joachim Schulz mit ihren Ehepartnern.

Ganz besonders freue ich mich, die Ehefrau von Herrn Walter Kuffke

Frau Marlene Kuffke, begrüßen zu dürfen, die es sich hat nicht nehmen lassen, trotz ihres hohen Alters, an unserem Jubiläum teilzunehmen. Sie wird begleitet von einer ihrer Töchter, Frau Doris Gothan mit Ehepartner.

Ich heiße Sie alle recht herzlich zu unserem Fest aus Anlass des 50 jährigen Bestehens des Waldbades und in alten Gefilden willkommen.

Erwähnen möchte ich noch, dass die 15 besten Aufbauhelfer bei der Ehrung am 31. Juli 1955 namentlich genannt wurden und die beiden Besten mit der Ehrennadel der Nationalen Front ausgezeichnet wurden.

Stellvertretend für alle fleißigen Helfer von damals möchte ich Herrn Günter Putscher ,( den ich ebenfalls hiermit recht herzlich begrüßen möchte) nennen.

Er wurde bei der Einweihung des 1. Bauabschnittes am 31.07.1955 als einer der besten freiwilligen Helfer besonders herausgestellt und seitens des Rates des Kreis mit der Aufbaunadel ausgezeichnet.

Auch sein Einsatz bei dem 2. Bauabschnitt in den Folgejahren verdient besondere Erwähnung."

 

Aus den archivierten Unterlagen geht weiterhin hervor:

-Apenburg baut eine Badeanstalt

Das Projekt, in Apenburg eine Badeanstalt zu erbauen, ist durchaus nicht neu. Bereits seit einer Generation beschäftigen sich hiermit die Gemüter der Bewohner Apenburgs und auch der umliegenden Ortschaften. Mit verschiedenen Plänen befassten sich seitdem die Gemeinderäte.

Mal sollte der Bau südlich des Dorfes, dann wieder nördlich des Ortes erfolgen. Immer aber lehnten sich diese Pläne an die Auffassung an, dass für eine Badeanstalt unbedingt fließendes Gewässer erforderlich sei und damit der Bau unbedingt an der Purnitz erfolgen müsse.

Diesem Umstand ist es wohl in starkem Maße zuzuschreiben, dass das Projekt niemals zur Durchführung gelangte, da die Angleichung des Wasserspiegels an den der Purnitz eine zu große Ausschachtung verlangte. Hauptsächlich fehlte es aber damals an der nötigen Initiative der Jugend, die sich zeitgemäß anderen Zielen zuwandte, nicht aber in ausreichendem Maße den friedlichen Zielen des Sportes.

Durch die Forderung der damaligen Regierung, die vor allem unter der Jugend das sportliche Interesse zu wecken versuchte, ist in allen Schichten unserer Bevölkerung , von den Jüngsten im Kindergarten bis zu den Älteren, die kaum dem Sport noch aktiv huldigen konnten, eine erfreuliche Begeisterung erwacht. Dieser ist es zuzuschreiben, dass Apenburg den alten Wunsch verwirklichte und den Bau einer Badeanstalt noch im Jahre 1954 in Angriff genommen hat.

Nach umfassenden Vorarbeiten durch eine eigens hierfür gebildete Kommission, die von mir genannte "Kommission zum Bau des Freibades Apenburg" wurde in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am 8.1.1954 der Beschluss einstimmig unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters, Herrn Werner Trumpf, gefasst.

Im Rahmen des Nationalen Aufbauprogramms, auf Grund der von der Kommission vorgelegten Pläne, Zeichnungen und Berechnungen den Bau des Freibades durchzuführen.

Der damalige Gemeinderat verpflichtete sich zur großzügigen Unterstützung und die Bevölkerung wurde zur Mitarbeit aufgerufen.
( An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Werner Trumpf bedanken, dass er auch in seinem hohen Alter und angegriffenen Gesundheitszustand der Einladung zum Festakt nachgekommen ist

Und begrüße auch ihn recht herzlich)

Der Bau erfolgte auf dem gemeindeeigenen Gelände am Gesekenberg, am Schnittpunkt der Straßen Apenburg- Beetzendorf und nach Siedentramm und damit angrenzend an den Schützenplatz. Dieses Gelände erwies sich als äußerst geeignet, da es gegen Ost-, West-, und Nordwinde geschützt ist und der Südsonne ungehinderten Zugriff gewehrt.

Der bereits vorhandene Busch und Baumbestand hinderte nicht nur einen Staubzuzug sondern verschönte auch das Blickfeld der geplanten Anlage.

Der Erste Bauabschnitt realisierte die Erstellung der Becken mit der Pumpenanlage und dem Abfluss des Wassers zum Kugelfanggraben bis zum Tage der Einweihung.

Im zweiten Bauabschnitt in den kommenden Jahren wurden Umkleidekabinen, sanitäre Anlagen, das Wohnhaus für den Schwimmmeister und die Umzäunung fertiggestellt.

Alle Beteiligten waren sich damals darüber einig, dass man eine staatliche Unterstützung erst dann erwarten kann, wenn die Eigeninitiative und der eigene Willen ausreichend unter Beweis gestellt wird. Die in diesem Sinne ergangenen Aufrufe haben begeistere Resonanzen gefunden.

Durch eine Sammlung, hervorgerufen durch die damalige BHG, sind Geldspenden eingegangen und Eichen- und Kiefernstammholz durch die Bevölkerung bereitgestellt worden.

Zahlreiche Helfer haben damals Schacht und Fuhrleistungen im Ehrendienst erbracht.

Nachlesen lässt sich in Unterlagen von damals, welche Schwierigkeiten diese Kommission mit den Verwaltungen des Rates des Kreises, hier speziell die staatliche Plankommission und des Rates des Bezirkes hatte.

Schriftliche Eingaben und mündliche Aussprachen mit den Institutionen über die Bereitstellung von finanziellen Mittel durch Sport-Toto und Zahlenlotto, Baumaterialien und die Einstellung eines Schwimmmeisters wurden nach hartem Kampf zum Erfolg gebracht. Dieser Kampf dieser vier Männer hat das Bild des Waldbades bis 1994 geprägt.

Wenn ich hier die Einstellung eines Schwimmmeisters und damit seine durchgängige Entlohnung anspreche, meine ich Herrn Richard Eckmann, welcher sich in den kommenden Jahren nach der Eröffnung zur Ausübung dieser Tätigkeit qualifizierte und vielen Kindern, Jugendlichen und Älteren zum Abschluss der einzelnen Schwimmstufen verhalf.

An seiner Seite hatte er seine Ehefrau Irma Eckmann. Auch sie kann ich hier begrüßen und für ihre damalige ständige Unterstützung ihres Mannes im Sinne der Sauberhaltung und Verschönerung des Bades danken.

Noch während dieser Zeit wurde 1974 das Sozial- und Sanitärgebäude errichtet.

Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Herrn Fred Krämer und seiner bekannten Rentnerbrigade konnte dieser Gebäudekomplex geschaffen werden.

Dieser war dann die Voraussetzung für die Entstehung des Campingplatzes und der Bungalowsiedlung.

Am 31.12.1978 beendete Herr Richard Eckmann sein Arbeitsverhältnis und ging in seinen wohlverdienten Ruhestand.

Mit dem 22.03.1979 wurde aufgrund seiner Bewerbung Herr Dietmar Wilke als Schwimmmeister eingestellt.

Er übernahm diese verantwortliche Tätigkeit.

Auch von ihm wurde bis heute daran gearbeitet, dass unsere Kinder, welche die Schule besuchen werden, mit der niedrigsten Schwimmstufe in den neuen Lebensabschnitt gehen.

Sein Schwimmunterricht findet reges Interesse bei den Kleinen.

Er hat dafür eine Ader .

Auch ihm möchte ich für seine Tätigkeit danken.

Mit der Wende, bereits 1990, befasste sich der Gemeinderat mit der Rekonstruktion des Waldbades. Grund war, es sollten die Wände des Beckens saniert werden.

Dieses wurde aber nicht realisiert. Erst am 30.08.1994 in einer Gemeinderatssitzung wurde ein Beschluss gefasst über die Rekonstruktion des Waldbades.

Hier lag ein Sanierungsprojekt einer Firma aus Potsdam vor, wo aus Kostengründen Reduzierungen vorgenommen wurden.

Somit

Federführend für diese Rekonstruktion waren der damalige Bürgermeister, Herr Alfred Schäfer und das Ratsmitglied Klaus Dieter Schulze.

Die Gesamtkosten der Rekonstruktion beliefen sich nach der Reduzierung auf 1.052.222,30 DM umgerechnet 537.992,72 Euro.

Für 500 TDM wurde ein Kredit aufgenommen und die restliche Summe wurde aus der Gemeindekasse beglichen.

Der Vorlauf des Waldbades mit seinen Begebenheiten ist in Bildern und schriftlichen Belegen dokumentiert und in der hier vorhandenen Ausstellung in Ausschnitten versucht darzustellen.

Sie soll ihnen , werte Gäste, Anlass geben, sich oder Angehörige ,auch Bekannte in Bild und Schrift wiederzufinden und zu Gesprächen anzuregen.

Für diese Idee der Ausstellung bedanke ich mich bei Frau Brigitte Flach und Frau Elke Friedrichs.

Es ist schön, dass sich eine Gemeinde wie Apenburg, mit einem solchen attraktiven Waldbad darstellen darf.

Ich danke all denen, welche an der stetigen qualitativen Verbesserung geholfen haben.

Leider müssen wir als Gemeinde feststellen, dass an der Preisspirale nach oben gedreht wurde.

Seien es Gehälter, Arbeitslöhne, Kosten zur Aufrechterhaltung dieses schönen Bades und der Eintrittspreise.

Fest steht, dass die anfallenden Kosten nicht durch die Eintrittsgelder gedeckt werden.

Wir wollen und müssen uns Gedanken machen über die Zukunft des Bades.

Für diesen Weg muss uns das Jahr 1955 eigentlich beispielgebend sein.

Es sind heute zwar andere Zeiten, aber das Zusammenrücken und Miteinander mit Nachbargemeinden und der großem Verwaltungsgemeinschaft mit 25 Gemeinden , sollte uns doch die Möglichkeit geben, ein solches Bad nicht sterben zu lassen.

Wir haben Verpflichtungen für unsere nachfolgenden Generationen.

Dieses wäre von meiner Seite ein Appell an die Verwaltungsgemeinschaft.

In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen Helferinnen und Helfern für die Organisation und Durchführung dieser drei Tage zum 50 jährigen Bestehens unseres Waldbades.

Ich bedanke mich bei den Sponsoren für die Bereitstellung der Preise zum Kinderfest und für die Schwimmwettkämpfe.

Ich wünsche uns allen einen angenehmen Nachmittag im Bad und hoffe, dass einige der hier anwesenden die Badehose eingepackt haben und den Sprung ins Wasser wagen .

Apenburg, d. 10.7.2005

Udo Selzner, Bürgermeister
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